Thomas Döbler und Birgit Stark (Hohenheim)

Interaktivität als Erfolgsfaktor für die Gewinnung von Aufmerksamkeit? Einige Ergebnisse am Beispiel von GIGA TV

Was bewegt Personen sich mehrere Stunden täglich an einem nach herkömmlichen Kriterien beurteilten "langweiligen" Programm aktiv zu beteiligen? Ist es die durch Interaktivität bedingte Möglichkeit, das Programm nicht nur mitgestalten, sondern darüber auch Aufmerksamkeit erlangen zu können? Liegt etwa der Erfolg von GIGA, dem "ersten wirklich interaktiven Sender der Welt", so die Eigenwerbung, im Wettbewerb um Aufmerksamkeit begründet? Hat Interaktivität beim Fernsehen eine Funktion in der Gewinnung von Aufmerksamkeit und vermag unter Rückgriff auf die Aufmerksamkeitshypothese die Nennung des eigenen Nicknames oder auch der von Freunden, den Erfolg von GIGA ganz wesentlich erklären?
Die Ergebnisse einer Online-Befragung von GIGA-Nutzern zeigen, dass das Interesse an dem interaktiven Programm über den Rückkanal Internet stark von einer gut aufgebauten und funktionierenden Community abhängt. Je stärker nämlich die Zuschauer sich mit der Sendung identifizieren und je öfter sie im Netz an Diskussionen oder Chats teilnehmen, desto stärker wird auch die Motivation zur Interaktion. Allerdings wird die intensive Nutzung der Interaktivitätsoptionen und damit auch die Chance über namentlich genannte Mitgestaltung der Sendung Aufmerksamkeit zu erlangen, letztlich nur von einer Minderheit betrieben. Damit muss die so allgemeingültig und umfassend formulierte Aufmerksamkeitshypothese zumindest für die betrachtete Untersuchungsgruppe in Frage gestellt werden; darüber hinaus erscheint aber auch eine Übertragung der interaktiven Erfolgsgeschichte von GIGA auf andere Zuschauer-gruppen nur deutlich eingeschränkt möglich.
 

ganzer Beitrag als pdf

zurück zum Inhalt